Recht 2.0



Vorwort: Dieser Artikel ist eine Projektarbeit für das Modul „Web2.o und die Gesellschaft“ und das Ergebis einer Zusammenarbeit zwischen … und dem Autor dieses blogs. Die Struktur und das Ziel wurde vorgegeben, das Thema wurde in Eigenregie bestimmt.

by S. Ewald & Gedanknspringer

Einleitend ist es erst einmal wichtig zu definieren bzw. zu erklären was genau es mit dem Urheberrecht eigentlich auf sich hat, denn obwohl es in der aktuellen Debatte immer wieder gern getan wird, ist das Urheberrecht (UrhG) nicht mit dem Verwertungsrecht gleich zu setzten. Das Urheberrecht ist dem Zivil- und dem Strafrecht zuzuordnen und besteht aus dem Urheberpersönlichkeitsrecht und dem Verwertungsrecht. Wenn also in Diskussionen oder Kritiken von der Forderung nach einem neuen Urheberrecht die Rede ist, wird nicht selten eigentlich vom Verwertungsrecht gesprochen.

Das Persönlichkeitsrecht ist personengebunden, besteht ab dem Zeitpunkt der Werkserschaffung und lässt sich nicht abtreten. Die Urheberrechtsgeltung bleibt, nach der aktuellen Rechtslage, bis 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers bestehen. Der Erschaffer hat dadurch das alleinige Recht auf Veröffentlichung und ist geschützt vor Entstellung, sowohl substanziell als auch durch kontextuell.

Einen finanziellen Zugewinn ist durch das Verwertungsrecht möglich und geregelt. Dies ist zum Einen in der sogenannten körperlichen Form (Werk ist physikalisch, material vorhanden) über Vervielfältigung und Verbreitung realisierbar, zum Anderen ist es aber auch über die unkörperlichen Form (öffentlichen Zugänglichmachen, Vorführen u. -spielen) möglich einen finanziellen Nutzen aus einem Werk zu ziehen, wobei natürlich eine Vergütungspflicht besteht. In dieser Form kann der Erschöpfungsgrundsatz nicht erreicht werden, hingegen nach einem Verkauf schon.

Im Kontext des Internets ist die Verwertung also als unkörperliche oder körperlose Form zu betrachten. Das bedeutet nun, dass bspw. kein Unterschied zwischen einer heruntergeladenen Musikdatei und das Hören eines Tracks als Stream besteht. Technisch gesehen besteht auch kein Unterschied, denn beides muss vom Server heruntergeladen werden, nur hat man die aktive Gewalt über die Datei, nicht aber über die temp. gespeicherten Musikdaten des Streams.

Nicht nur die Einfachheit des Datenkopierens, sondern vor allem die schier unendliche Distributionskraft, die durch das Internet entstanden ist, führte zu finanziellen Verlusten von den Kreativen und den Verwertern. Wobei die Ursachen auch nur zum kleinen Teil darin liegen, aber bekanntlich viel komplexere Ursprünge haben. Diese sind hinreichend bekannt und sollen hier jetzt nicht näher beleuchtet werden. Es hat also den Anschein als sei das gesellschaftliche Wertegefühl durch dieses Massenmedium bei nicht wenigen ins Wanken geraten. Immer und überall ist alles (fast) frei zugänglich, frei verfügbar – es liegt da eben einfach so rum. Also warum nicht einfach zugreifen und verwenden?

Das ist im Grunde genommen ja erst mal vollkommen legitim, und wenn man dann auch noch den Urheber nennt… – die lauten Stimmen nach Urheberrechtverschärfungen kommen eher aus den Reihen der Verwerter. Ein kleines Beispiel: Journalisten schreiben Artikel, treten die Verwertungsreichte an Verlage ab, und werden mit einem Pauschalbetrag für ihre Arbeit vergütet. Der Inhaber der Verwertungsrechte über den geschriebenen Text hat nun (in den meisten Fällen) die Möglichkeit auf unterschiedliche Art und Weise mit dem Werk Profit zu generieren, ohne dass der Urheber darauf Einfluss nehmen kann, geschweige denn beteiligt wird.

So eine Kostenloskultur ist eigentlich auch nicht so pfennigfuchsig. Viele Konsumenten sind durchaus gewillt für guten Content Geld auszugeben und die Arbeit der Kreativen zu honorieren.

Im Folgenden wollen wir einmal versuchen die unterschiedlichen Sichtweisen auf die Urheberrechtsproblematik zu beleuchten und zu verstehen. Denn erst wenn Allen die Schwierigkeiten und Bedürfnisse der einzelnen Akteure klar sind, kann man anfangen gemeinsam an Lösungen zu arbeiten.

1.1 Fragestellung

Wie sehen die Anforderungen und Bedürfnisse der einzelnen Akteure aus und inwieweit ist die Realisierung im Web2.0 möglich?

1.2 Argumente aus Träumer-Perspektive

Auch in der Politik ist die Urheberrechtsdebatte präsenter denn je. Dabei gehen die Meinungen und Ziele nicht unbedingt d’accored. Während beispielsweise die Piratenpartei vorwiegend für die Interessen der Konsumenten und Kreativen eintritt und das Internet als eine Art allheilbringendes Mittel sieht, stehen CDU und SPD unter dem Vorwand die Künstler schützen zu wollen, eher auf der Seite der Verwerter und deren Lobbyverbände.
Während aus den etablierten Parteien die Stimmen nach gesetzlichen Verankerungen zur Rechtfertigungen von Systemen wie „2- or 3-Strikes-Warnmodellen“ oder Geldstrafen kommen, die jedoch der Freiheitsberaubung gleich kämen und somit eher eine Utopie sind. Gründe dafür lassen sich nicht selten in den Nebenbeschäftigungen wie die von Siegfried Kauder oder anderen Politikern finden. Kauder selbst geriet nach einem Treffen mit Vertretern der GVL (Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten), einer Lobbyorganisation der Musikindustrie, in die Kritik, da er eine gesetzliche Regelung von Urheberrechtsdelikten ankündigte. Demnach sollen Internetnutzer nach einem „2-Strikes-Warnmodell“ für etwa 3 Wochen vom Internet getrennt werden. Dies widerspricht jedoch dem Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und FDP, in dem es heißt:

Wir werden keine Initiativen für gesetzliche Internetsperren bei Urheberrechtsverletzungen ergreifen.“ [Koalitionsvertrag zw. CDU, CSU und FDP – 103/132]

Außerdem würde eine solche Regelung laut dem UN-Menschenrechtsbeauftragten gegen Artikel 19, § 3 des internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rechte (ICCPR – International Covenant On Civil And Political Rights), so wie gegen die Verfassung Artikel 5 (Meinungs- und Pressefreiheit) verstoßen. Dieses Verhalten seitens Kauder ist vielleicht weniger verwunderlich, wenn man weiß, dass er Vorsitzender der Bundesvereinigung deutscher Musikverbände (BDMV) ist und die Interessen dieser Lobbyorganisation (Verwertungsindustrie) vertritt.

Hingegen versuchen beispielsweise die Piraten das Urheberrecht den technischen Realitäten anzupassen. Kernaussagen sind die nicht-kommerzielle Vervielfältigung, keine Beschränkung der Kopierbarkeit, freies Kopieren und freie Nutzung, Förderung der Kultur, Ausgleich zwischen Ansprüchen der Urheber und der Öffentlichkeit.

Weiterhin:

  • volles Urheberrecht für die Urheber (10 anstatt 70 Jahre nach seinem Tod)
  • Verwertungsrechte an den Werken gehen nach 25 Jahren an die Urheber zurück
  • Nachverhandlungsmöglichkeiten bei Vertragsabschlüssen zw. Urheber und Inhalteanbieter
  • kostenlose Nutzung urheberrechtlich geschützter Werke an Schulen und Bildungseinrichtungen
  • Entkriminalisierung des Filesharing für den Privatgebrauch

Wissenschaftlichen Untersuchungen nach steigert Filesharing sogar das Kaufverhalten. Robert Hammond, Wirtschaftsprofessor an der North Carolina State University belegt in seiner Studie „Profit Leak? Pre-Release File Sharing and the Music Industry“ den steigenden Verkauf von vorveröffentlichten Musik-Alben. Weitere Beispiele für einen positiven Effekt des Filesharing auf den Markt liefern Studien der Harvard Business School: Filesharing and Copyright, Ups and Downs„. „Economic and cultural effects of file sharing on music, film and games“ und eine weitere Studie der Gesellschaft für Konsumforschung, nach der Nutzer von kino.to überdurchschnittlich oft ins Kino gehen.

Auch wenn die Konsumenten kein Problem damit hätten immer alles und überall kostenlos zu bekommen, wird das zum Einen nie passieren und zum Anderen dem Werteempfinden eines jeden Menschen widersprechen.
Es sollte jedem möglich sein, seine Meinung frei zu äußern, Daten zu teilen, zu verwenden und auch auf andere im Internet veröffentlichte Daten zugreifen zu können, ohne sich strafbar zu machen.

Wenn es nach den Verwertern gehen würde, müsste Jeder für jedes Werk und den Gebrauch dessen bezahlen. Dabei ist der Kontext vollkommen ausser acht zu lassen– ob man jetzt nun vorhat das Werk zu remixen, also dadurch etwas Neues erschaffen will, oder Werke im Bereich der Bildung eingesetzt werden, also dezidiert zur gesellschaftlichen Wissensbildung beitragen würden. Sie sind für die Verteilung der finanziellen Gewinne, entstanden aus der Verwertung urheberrechtlich geschützter Werke, unerlässlich. Jeder der sich nicht an die Vergütung hält, wird als Feind angesehen und muss bestraft werden.

1.3 Argumente aus Praktiker-Perspektive

Fakt: Die Gegenwart und deren techn. Errungenschaften im Allgemeinen, so wie die Existenz des Internets im Besonderen implizieren die Veraltung des Urheberechts und natürlich die damit verbundenen Vergütungsmodelle. Das ist auch mittlerweile bei allen Beteiligten angekommen – dringender Handlungsbedarf besteht also.

Bis auf die CDU haben mittlerweile alle Parteien eigene Richtlinien und Thesen zur Urheberrechtsproblematik veröffentlicht. Die Piraten legen ein durchaus exzessives Vorgehen an den Tag. Sie suchen den Dialog mit vielen Beteiligten. Erst letzte Woche gab es im Rahmen des Urheberrechtsdialogs (6. is 18. Juni 2012) ein Treffen zwischen der Piratenpartei und der GEMA. Neben Vertretern der Piratenpartei wurden Vertreter von Verbänden, Vereinen, Firmen, Verlagen, sowie Künstler und Nutzer eingeladen. Die thematischen Schwerpunkte sind Autoren/Journalisten/Fotografen, Bildung/Schule/Forschung, Software, Filmschaffende, Rock- und Popkultur, klassische Musik und Creative Commons. Fast alle Veranstaltungen werden live gestreamt… bis auf das Treffen mit der Gema. Leider konnte kein gemeinsamer Konsenz gefunden werden, da die Gema nicht für Reformationen bereit zu sein scheint.

Das paradoxe an der ganzen Situation: die Konsumenten wollen ja gerne für Content bezahlen und so die Arbeit der Kreativen würdigen. Nur wird ihnen schlicht und ergreifend oftmals nicht die Möglichkeit dazu gegeben. Ein aktuelles Beispiel hierfür ist eine Kampagne von Fans der Serien „Game Of Thrones“ und „True-Blood“ aus dem Hause HBO, die versucht mit der Initiative „Take My Money HBO“ den Sender von einem online Verkauf zu überzeugen. Der gewünschte Content ist nicht legal zugänglich, der einzige Ausweg für den User: illegal downloaden.
Natürlich sehen das nicht alle so plakativ. Und natürlich gibt es auch genügend schwarze Schafe. Doch meist sind das Trotzreaktionen, entstanden durch Unverständnis über unfaire Verwertungssysteme, Vermarktungssystem oder Endnutzerbehandlung.

Die Urheber fühlen sich natürlich betrogen. Was von ihnen immer wieder zu vernehmen ist, sind Sätze wie: „Die bösen Raubkopierer sind schuld an unseren finanz. Einbussen.“ oder „Diese Kostenloskultur tritt unsere Arbeit doch mit Füssen!“. Vollkommen verständlich möchten die Urheber, dass ihr kreatives Schaffen anerkannt wird und nicht nur als „exzentrisches Hobby“ [by Sven Regener, siehe Radiointerview] anzusehen ist.
Leider geht die Wut meistens in eine Richtung, die nicht zu den wirklichen Ursachen der Problematik führen. Zwischen Contentersteller und den Menschen, die diese Werke konsumieren, stehen immer noch die Verwerter. Bei diesem „Man-in-the-Middel“ bleibt jedoch das Meiste hängen. Nicht selten nutzen die Inhaber der Verwertungsrechte ihre Macht aus, um möglichst viel Gewinn daraus zu generieren, der, und das ist das wirkliche Kernproblem, nicht oder nur zum Teil beim Urheber ankommt.
Ein Beispiel dieser verqueren Situation ist der Diskurs zw. Verwertern und Urhebern. Hier dargestellt am Beispiel von Autoren/Journalisten im Kulturmagazin Perlentaucher. Hier wird sehr gut Veranschaulicht wie Verlage sich die Verwertungsrechte an den Texten von Journalisten sichern und sie diese Texte weiterverkaufen, während der Autor nur eine einmalige Vergütung erhält.
Insgesamt speisen über 180 deutsche Tages- und Wochenzeitungen ihre Texte bei GENIOS German Business Information, einer Datenbank, ein. Über diese die Texte ohne ausdrückliche Zustimmung der Urheber weiterverkauft werden. Als vertragliche Regelung wird hier auf die Verträge mit den Verlagen verwiesen, die die Zustimmung der Urheber ersetzen. Interessant sind auch weitere Quellen, z.B. von Malte Welding einem Buchautor, Blogger und Kolumnist: Obwohl die Bilanzen der Verwertungsgesellschaften, wie z.B. der VG Wort immer weiter steigen, sanken die Vergütungen für Wortbeiträge, Artikel in Zeitungen, Rundfunkbeiträge, Sportberichte etc. in den letzten 10 Jahren um fast 90%.
Die GEMA hat durch die Einführung eines neuen Hochrechnungsmodells, namens Pro-Verfahren den Vertretern der „U-Musik“ Einnahmeeinbußen von über 80% und den „E-Musik“-Komponisten von etwa 40% zugefügt. Warum? Ein Grund ist wohl, dass die GEMA 3500 ordentliche (aktiv und passiv stimmberechtigte) Mitglieder und 61000 angeschlossene und außerordentliche (also nicht stimmberechtigte) Mitglieder hat. Obwohl diese 61000 Mitglieder etwa 36% des jährlichen Gesamtaufkommens von 880 Millionen Euro, also etwa 316 Mio. Euro erwirtschaften. Außerdem wurde Andreas K., der Organisator des GEMA-Sonderkontrolldienstes, nach 20 Jahren entlassen und bei der Staatsanwaltschaft Berlin angezeigt. Die Richter verpflichteten ihn zu Zeugenaussagen bzgl. der GEMA-Geheimkontrollen, Lizenzen und Verrechnungen.
Die Gesellschaft zur Verwertung der Leistungsschutzrechte (GVL) gewährte ihren Künstlern damals Vergütungen, wie Studiohonorare etc., doch mittlerweile bleiben diese Auszahlung aus. Grund dafür ist die Bindung von CD/DVD an Rundfunk- und Fernsehausstrahlungen. Das bedeutet de facto, dass etwa 95% der ansässigen Künstler fast gar keine Vergütungen mehr erhalten.

1.4 Argumente aus Kritiker-Perspektive

In der Politik sind natürlich auch Gegenstimmen vertreten, durchaus auch radikaler Natur.
Das hängt nicht zuletzt damit zusammen, dass einzelne Politiker, wie schon oben erwähnt, eben auch Mitglied in diversen Lobbyverbänden der Verwertungsindustrie sind.
Siegfried Kauder beispielsweise, der regelmässig Schlagzeilen mit Forderungen nach harter Strafverfolgung bei Urheberrechtsverletzungen macht, oder Ansgar Heveling, der über die „Netzgemeinde“ wettert, ihr realitätsfremde Moralvorstellungen vorwirft und die Netzpolitik als eine Art Schlachtfeld sieht, auf dem Konservativismus und Netzaktivismus ihre Rechte bis auf’s Blut verteidigen werden. Und wenn’s nach ihm ginge, würde das Internet, der damit verbundene gesellschaftliche Zugewinn und all die entstandenen Ideen und techn. Errungenschaften schon bald sang- und klanglos untergehen.
Auf der anderen Seite sind dann Menschen mit solchen Ansichten und Äußerungen ironischerweise selbst von der Verworrenheit des Urheberrechts betroffen. Kauder beispielsweise geriet selbst schon auf die Anklagebank, da sich auf seiner Internetpräsenz urheberrechtlich geschütztes Bildmaterial befand. Darauf angesprochen reagierte dieser nur hämisch und log sogar noch, was die Rechte an dem Bildmaterial betrifft.
Nebenbei bemerkt – beide, Kauder und Heveling, sind Mitglieder der CDU und Kauder auch noch Vorsitzender des Rechtsausschusses des Deutschen Bundestages.

Verwertungsgesellschaften wie GEMA, Verlage oder Labels blicken nicht nur den Forderungen der Konsumenten und Politiker skeptisch entgegen. Schon zu Beginn des 21 Jh. sahen die grossen Plattenfirmen mit argwöhnen auf dieses neue Medium namens Internet, dass dann natürlich zur Unterschätzung eben dieses führte. Die meisten haben es nie wirklich versucht, geschweige denn geschafft neue Verwertungskonzepte zu etablieren. Und nun sehen sie das Internet als direkten Konkurrent, welches, bei geeigneter Gesetzeslage, ihre Existenz überflüssig machen würde.
Ob Studien, die den Negativeinfluss des Filesharings auf Verkaufszahlen/Umsätze widerlegen oder erfolgreiche Geschäftsmodelle, die beweisen, dass Menschen durchaus bereit sind ihrer Wertschätzung mit einem Obolus Ausdruck zu verleihen (flattr.com, kickstarter.com). Laut Onpulson – Wissen für Unternehmer und Manager steigt die Bereitschaft für Spenden mittels elektronischer Kommunikationsmittel. In Zahlen ausgedrückt nutzt mittlerweile jeder fünfte Bundesbürger diese Möglichkeiten um zu spenden – dies scheint die Verwerter allerdings nur wenig zu beeindrucken.

Auch die Rechtsvertreter sind sich weitestgehend einig, dass sie sich nicht einig sind.
Die in den letzten Jahren entstandene Abmahnindustrie ist natürlich auch nicht das, was man unter Kundenfreundlichkeit versteht. Dort wird, nicht selten auch unbegründet, mit einer Willkür und Rücksichtlosigkeit das Gesetz (von den Verwertern) missbrauchst, um vermeidlich potenzielle Kunden mit unbegründeten und völlig überzogenen Geldstrafen zur Kasse zu beten. Die exponentielle Zunahme dieser Vorgehensweisen liess natürlich auch andere Rechtsvertreter auf diese Zustände aufmerksam werden. Die Kritik wird lauter.
Aufgrund eines Urteils des Oberlandesgerichts Düsseldorf wird abgemahnten Nutzern (Filesharing über Tauschbörsen) der Rücken gestärkt. Die Begründung hierfür sind die zumeist bereits vorgefertigten und zu allgemein verfassten Abmahnungen und Unterlassungserklärungen. Auch die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) will die Nutzer vor der Abmahnindustrie in Schutz nehmen. Sie fordern eine gesetzliche Regelung für die Nutzung urheberrechtlich geschützter Inhalte für den privaten Gebrauch, die die Abmahnung auf 100 Euro festlegt. Immer wieder rückt der eigentliche Sinn dieser Abmahnungen in den Hintergrund und wird als anwaltliches Geschäftsmodell missbraucht.

Fakt ist, es muss nach aktuellen Massstäben gesetzliche Regelungen geben. Es gibt zu viele rechtliche Unklarheiten im Umgang mit „fremden“ Content.

Obwohl viele Ansichten durchaus nachvollziehbar sind und es einige potentielle Lösungsansätze gibt, sind ein paar Dinge bei weitem nicht nutzerfreundlich oder akzeptabel. Die Konsumenten sind immerhin diejenigen, die das Geld in das System hineinbringen.
Vor allem sind Dinge wie, Netzneutralität, Datenschutz und kein –missbrauch, sowie Privatsphäre und keine Überwachung, mit oberster Priorität zu betrachten. Vorschläge wie Deep-Packet-Inspection oder vorrangige Packetbehandlung verletzten die Grundrechte der Menschen und sind somit nicht tragbar, den die Konsequenz solcher Verfahren wäre eine Überwachung jedes Einzelnen.

1.5 Zusammenfassung und Fazit

Die Urheberechtsdebatte wurde innerhalb der letzten 3 bis 4 Monate präsenter denn je in die Öffentlichkeit getragen. Was vollkommen richtig ist, denn nachdem erstmal alle ihren Ärger Luft gemacht haben und die Probleme hinreichend bekannt sind, kann nur der Diskurs in Produktivität umschlagen. An der einen oder anderen Stelle muss noch etwas zur Aufklärung beigetragen werden. Gemeinsame Verständigung und das Erlangen der Sichtweisen, aus anderen Standpunkten heraus ist Grundvoraussetzung für das Erarbeiten von Lösungen. Interessanterweise sind sowohl Urheber und Kreativen, als auch die Konsumenten bereit und willens, nur nicht die, die um ihre Überflüssigkeit vielleicht schon wissen. Die Verwerter, inklusive ihrer Vereine und Gesellschaften halten an ein, aus heutiger Sicht, veraltetes Urheberrecht fest. Die einzig logische Schlussfolgerung daraus ist so simpel wie auch scheinbar unüberwindbar: Urheber und Konsumenten direkt und auf eine Ebene zusammen zu bringen.


Für Interessierte: den Anfang machte iRights.info mit dem 1. Urheber-Nutzer-Dialog (11-05-12) [Und plötzlich sind wir kriminell(sueddeutsche.de)] und die Piraten mit dem Urheberrechtsdialog (6 – 18-06-12).

1.6 Linksammlung



1. Bundesministerium der Justiz (Urheberrecht/Verwertungsrecht)

http://www.gesetze-im-internet.de/urhg/

2. Urheberrecht – Internetrecht

http://www.internetrecht-rostock.de/faq-urheberrecht.htm

3. GVL

https://www.gvl.de/

4. Koalitionsvertrag zw. CDU, CSU und FDP

http://www.kulturrat.de/dokumente/koalitionsvertrag-cdu-csu-fdp.pdf

5. Kauder (CDU Watch)

http://www.cduwatch.de/2011/siegfried-kauder-und-das-urheberrecht/

6. Bundesvereinigung deutscher Musikverbände (BDMV)

http://www.bdmv-online.de/wir-ueber-uns/praesidium/

7. Piraten – Urheberrecht und Urheberrecht im Allgemeinen

https://www.piratenpartei.de/2012/04/15/vorstellung-der-urheberrechtspositionen-der-piratenpartei-und-aufklarung-von-mythen/

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/warum-urheberrecht-und-internet-nicht-zusammenpassen-a-828246.html

http://www.tagesspiegel.de/meinung/andere-meinung/gastkommentar-wir-piraten-wollen-das-urheberrecht-nicht-abschaffen/6689818.html

8. CRE zum Urheberrecht:

http://cre.fm/cre164

9. Studien

Filesharing <> Kaufverhalten

http://netzpolitik.org/2012/studie-filesharing-geleakter-alben-kann-verkauf-leicht-steigern/

North Carolina State University (Profit Leak? Pre-Release File Sharing and the Music Industry)

http://www4.ncsu.edu/~rghammon/Hammond_File_Sharing_Leak.pdf

Harvard Business School: Filesharing and Copyright

http://www.hbs.edu/research/pdf/09-132.pdf

Ups and Downs. Economic and cultural effects of file sharing on music, film and games

http://www.ivir.nl/publicaties/vaneijk/Ups_And_Downs_authorised_translation.pdf

Gesellschaft für Konsumforschung – Studie über Nutzer von kino.to

http://www.heise.de/tp/blogs/6/150152

10. Urheberrechtsdialog Piraten <> GEMA

http://www.piratenpartei.de/urheberrechtsdialog/

http://www.ftd.de/politik/deutschland/:urheberrechte-piraten-besuchen-ihren-feind-gema/70047078.html

http://blog.gema.de/blog/beitrag/urheberrechts-dialog-mit-der-piratenpartei-in-berlin-podcast-und-video/

http://www.piratenpartei.de/2012/06/08/zu-besuch-bei-der-gema-keine-annaherung-zwischen-verwertungsgesellschaft-und-piraten/

11. HBO – Game Of Thrones

http://www.golem.de/news/game-of-thrones-nimm-mein-geld-kampagne-soll-hbo-umstimmen-1206-92375.html

http://takemymoneyhbo.com/

12. Diskurs zw. Verwertern und Urhebern

http://www.perlentaucher.de/essay/die-zeitungen-und-die-rechte-ihrer-autoren.html

http://www.malte-welding.com/2012/06/10/kunstler-verwerter-und-piraten/

13. Verwertungsgesellschaft_Wort

http://de.wikipedia.org/wiki/Verwertungsgesellschaft_Wort

Verwertungsgesellschaft_Bild-Kunst

http://de.wikipedia.org/wiki/Verwertungsgesellschaft_Bild-Kunst

14. GEMA – Pro-Verfaren

http://www.allmusic.de/module.php5?fid=7&ident=44&mod=vorlagen

15. GEMA <> Urheber

http://www.musiker-online.de/Newsdetails.newsdetails

GEMA <> Sonderkontrolldienst

http://www.musiker-online.de/Newsdetails.newsdetails.0.html?&tx_ttnews[tt_news]=291&tx_ttnews[backPid]=10&cHash=6889c44257

16. Ansgar Heveling

http://www.handelsblatt.com/meinung/gastbeitraege/gastkommentar-netzgemeinde-ihr-werdet-den-kampf-verlieren/6127434.html

17. Spendenbereitschaft mittels elektronischer Kommunikationsmittel

http://www.onpulson.de/themen/3116/spendenbereitschaft-im-internet-waechst/

18. Filesharing Abmahnungen

http://www.zdnet.de/news/41559373/duesseldorfer-gericht-erlaesst-wegweisenden-beschluss-zu-filesharing-abmahnungen.htm

http://netzpolitik.org/2012/verbraucherzentralen-fordern-stopp-der-abmahnindustrie/

19. Deep Packet Inspection (DPI)

http://en.wikipedia.org/wiki/Deep_packet_inspection

20. iRights.info

http://irights.info/?q=content/urheber-nutzer-dialog-wir-müssen-reden1.%20Urheber-Nutzer-Dialog%20(11-05-12)

Zusatzmaterial:



# Til Kreutzer (Jurist)

Und plötzlich sind wir kriminell“ [sueddeutsche.de]

# GEMA <> YouTube

http://logbuch-netzpolitik.de/lnp022-du-willst-es-doch-auch/

http://www.focus.de/digital/internet/urheberrechtsstreit-findet-kein-ende-gema-und-youtube-gehen-in-berufung_aid_756094.html

# Abmahnindustrie

http://logbuch-netzpolitik.de/lnp021-harter-tobak/

# Stimme der Urheber

http://www.neunetz.com/2012/04/05/unter-den-100-handelsblatt-kreativen-sind-47-manager-nur-26-kreativschaffende/

Sven Regener Radio Interview: http://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/zuendfunk/pop-platten/sven-regener-urheberrecht100.html

http://www.drehbuchautoren.de/nachrichten/2012/03/offener-brief-von-51-tatort-autoren-0

vs CCC http://www.ccc.de/de/updates/2012/drehbuchautoren




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Enterprise2.o



Aufgabe war es sich eine Fallstudie zum Thema Enterprise2.0 heraus zu picken und einen Beitrag dazu zu verfassen.
Bevor ich dies mache möchte ich kurz auf den Begriff Enterprise2.0 eingehen.
Im Prinzip bezeichnet Enterprise2.0 nichts anderes als den Nutzen von Sozialer Software zur Koordination und Kommunikation innerhalb eines Unternehmens.
Definiert wurde dieser Begriff im Jahre 2006 von Andrew McAffee.
Für Interessierte gibt es hier auch ein YouTube Video:





Warum also sollten sich Unternehmen dafür entscheiden solche Software Plattformen innerhalb ihresUnternehmens zu nutzen?
Nun ja, der Grund erscheint einmal erwähnt ganz logisch.
In manchen Firmen sind die Kommunikationswege vielleicht einfach zu festgefahren, altmodisch und ineffektiv… da erscheint die Nutzung sozialer Software doch wie des Rätsels Lösung.



Enterprise2.o – Fallstudie



Aufgabe war es nun sich eine Fallstudie aus dem Portal http://www.e20cases.org/ zu nehmen. Ich habe mich für die Fallstudie Siemens Building Technologies Division: Globaler Wissens- und Erfahrungsaus- tausch mit References+entschieden.


Diese Studie aus dem Jahr 2012 beschäftigt sich mit der Web-Anwendung References+, ein Siemens interne Anwendung zum Austausch von Wissen. Ziel und Hintergrund dieser Anwendung ist es Siemens-Mitarbeiter weltweit miteinander zu vernetzen und zur Kommunikation anzuregen. Insgesamt umfasst die Anwendung etwa 8.100 Mitarbeiter in über 70 Ländern.
Siemens ist in vier Sektoren (Energy, Healthcare, Industry sowie Infrastructure & Cities) unterteilt. Insgesamt beschäftigt dieses Unternehmen 360.00 Mitarbeiter.
Zuvor erfolgte die Einholung von Informationen lediglich über bilaterale Kanäle (wie z.B. Telefon, E-Mail).
Zur Steigerung der Effektivität des Unternehmens wurde eine Intranet-Anwendung mit integrierter Datenbank initialisiert. Der erwartete Nutzen hierbei ist Zeitersparnis und die Steigerung der Qualität, Effizienz- und Ergebnissteigerung, Integration von Mitarbeitern und die Steigerung der Kundenzufriedenheit.





Jedes Community-Mitglied hat eine eigene Member Page, mit Angaben, Fähigkeiten, Fachgebiet etc., zusätzlich lassen sich gemachte Beiträge bewerten.
Außerdem sind die Beiträge zu den Projekten mit Positionsangaben versehen.




Weitere Features sind Diskussionsforen und Microblogging.


Um die Mitarbeiter zu motivieren wurden Preise an die aktivsten Autoren vergeben.
Der positive Effekt ist bisher deutlich zu erkennen ( wie in der nachfolgenden Tabelle zu lesen ist).




Als Fazit bleibt in dieser Fallstudie zu sagen, dass die Nutzung von References+ 731 Arbeitstage pro Jahr, 190.000€ Kosten pro Jahr sparte, den Umsatz um etwa 5.300.000€ erhöht und 361 neue Kunden brachte.




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Personal Branding



Den Begriff „Personal Branding“ hat sicherlich schon einmal jeder aufgeschnappt… doch bei dem Versuch diesen zu erklären würden die meisten wohl dennoch ins Stocken geraten.

An sich lässt er sich ganz einfach herleiten: personal = persönlich und branding = …?!?

Ein Brand ist einfach eine Marke.

Wer kennt nicht diesen Werbeslogan von ADIDAS – The Brand With The Three Stripes.

Also geht es beim „Personal Branding“ einfach um eine persönliche Markenbildung, die Erschaffung einer Identität, welche mittels „Web2.o-Tools“ digital Vermarket wird. Man gibt dadurch private Dinge von sich Preis und lässt Anhänger, Fans und Interessierte an seinem Leben teilhaben.



Personal Branding – „Foo Fighters“



Ich habe als Beispiel die US-amerikanische Rockband „Foo Fighters“ gewählt.
Die Band um den ex-Nirvana-Schlagzeuger Dave Grohl macht bereits seit 1995 zusammen Musik und wurde bereits mit 15 Awards ausgezeichnet.






Beim Aufruf der Offiziellen Homepage der „Foo Fighters“ fällt direkt auf wie hochwertig und ansprechend diese Seite ist. Sie informiert einen über Neuigkeiten, Tour-Daten, Alben, Videos, sogar zu einem eigenen Film(BACKEND FORTH).






Weiterhin gibt es die Möglichkeit zum Shop zu gehen und Fan-Artikel zu kaufen oder ihnen zu Folgen und auch an ihrem Leben teilzuhaben (via Facebook, Twitter und Forum).



Selbstverständlich gibt es sogar eine App der Foo Fighters für iOS und Android.



Hörprobe gefällig…





Weitere Möglichkeiten sich die Foo Fighters anzuhören oder Infos zu finden…



My Space
LastFM
MyVideo
MTV
Hype Machine




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Web2.o…

 Woher kommt dieser Begriff überhaupt?


Tag Cloud Web2.0

Tag Cloud Web2.0



Entstanden ist der Begriff „Web2.o“im Jahr 2001, als es zum Zerplatzen der Dotcom-Blase kam.

Die Pioniere dieses Begriffes waren zweifelsohne Dale Dougherty und Craig Cline.

http://en.wikipedia.org/wiki/Dale_Dougherty

Quelle: Wikipedia_Dale Dougherty

http://en.wikipedia.org/wiki/Craig_Cline

Quelle: Wikipedia_Craig Cline











Tim O’Reilly brachte diesen Begriff mit seinem Artikel Was ist Web2.o? Entwurfsmuster und Geschäftsmodelle für die nächste Software Generationin aller Munde und machte ihn so alltagstauglich.

„Web2.o“ soll also letztlich die Weiterentwicklung und zugleich Wandlung des Internets und seiner Möglichkeiten beschreiben und hervorheben. Während zuvor (unter „Web1.o“) die Nutzer des Internets lediglich Konsumenten waren wurden sie nun zu Prosumenten. Diese Weiterentwicklung öffnet allen Nutzern schier unendliche Möglichkeiten, denn nun ist es möglich selbst Inhalte einzeln oder gemeinschaftlich zu erstellen, zu bearbeiten und Informationen&Inhalte auszutauschen, wodurch die Möglichkeit an Wissen und Informationen zu gelangen nahezu unbegrenzt ist.

Erstmals stand der Nutzer im Vordergrund, da er über die Qualität der zur Verfügung gestellten Angebote bestimmte und diese ununterbrochen verbessern, aktualisieren oder erneuern konnte. Dabei ist der Grundgedanke so einfach: Umso mehr Nutzer sich beteiligen, desto mehr Wissen kann zusammengetragen werden.

Die wichtigsten Mittel die zur Kommunikation dienen sind Text-, Bild-, Video- und Audiodateien.

Ein weiterer Begriff, der oft im Zusammenhang von „Web2.o“ erwähnt wird ist Social Media.

Typische Anwendungen im „Web2.o“ sind Wikis (z.B Wikipedia), Weblogs, Podcasts, soziale Netzwerke, virtuelle Welt, Social-Bookmarks und Social-News.

All diese Anwendungen setzen kein großes technisches Verständnis voraus und sie sind meist miteinander vernetzt (sogenanntes Mashup oder auch Cloud Computing). Möglich war die Entwicklung des „Web2.o“ dennoch erst durch technische Entwicklungen, wie  CSS, PHP, SQL, Ajax, Javascript und noch weitere, die hinter den zuvor genannten Anwendungen stecken.

Nach Tim O’Reilly lässt sich das „Web2.o“ in 7 Prinzipien unterteilen.

  1. Das Web als Plattform/Dienstleistung
  2. Kollektive Intelligenz
  3. Daten als Kapital
  4. Ewiges Beta
  5. Lose gekoppelte Systeme
  6. Über Geräte hinaus
  7. Rich User Experience

Eine Frage die in diesem Zusammenhang wohl offen bleibt ist:

Was passiert mit all den Daten?
Wer und warum hat die Rechte dafür?
Und wer überprüft dies alles?

Aus diesem Grund entstehen wohl auch Geschäftsideen wie die, der Creative Commons(CC), einer Non-Profit-Organisation, die vorgefertigter Lizenzverträge anbietet.

Interessant zum Thema „Web2.0“ ist auch das Portfolio von Frank Westphal und den dort zum Download angebotenen Podcast.




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Web2.o – wichtige Persönlichkeiten


1. Wer ist Tim O’ReillyFrom [http://www.jeffooi.com/2006/03/you_are_dead.php Jeff Ooi's blog], which is licensed under CC by-sa 2.5.

Tim O’Reilly (*1954 in Cork, Irland) ist Gründer und Chef des O’Reilly Verlages, sehr aktiver Softwareentwickler im Bereich freier Software und maßgeblich an der Entwicklung der Skriptsprache Perl beteiligt. 1975 schloss er sein Studium der Klassischen Altertumswissenschaften mit einem Bachelor of Arts cum laude an der Harvard University ab[1]. O’Reilly ist ebenfalls Autor mehrerer Bücher, die er in seinem eigenen Verlag vertreibt. Mit seinem Artikel über das Web 2.0 trug er maßgeblich zur Popularisierung dieses Schlagwortes bei.



2. Wer ist Tim Berners-Lee{{Information |Description	= Tim Berners-Lee at Campus Party Brasil, 2009, photo by Silvio Tanaka |Source	 = {{subst:Flickr source|url=http://flickr.com/photos/89142790@N00/3212369167|title=Tim Berners-Lee}} |Date	 = 2009-01-20 13:14:30 |Author	 = {{subst

Sir Timothy John Berners-Lee, OM, KBE, FRS (* 8. Juni 1955 in London) ist ein britischer Physiker und Informatiker. Er ist der Erfinder der HTML (Hypertext Markup Language) und der Begründer des World Wide Web. Heute steht er dem World Wide Web Consortium (W3C) vor, ist Professor am Massachusetts Institute of Technology (MIT) und hat seit 2004 einen Lehrstuhl an der Universität Southampton inne.







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Web 2.o – Technische Hilfsmittel zur Nutzung



Die folgenden technischen Hilfsmittel werden mit Hilfe von Wikipedia erklärt…


1. Was sind Blogs
Das Blog (Web-Log), ist ein auf einer Website geführtes und damit – meist öffentlich – einsehbares Tagebuch oder Journal, in dem mindestens eine Person, der Blogger, Aufzeichnungen führt, Sachverhalte protokolliert oder Gedanken niederschreibt.

Häufig ist ein Blog „endlos“, d. h. eine lange, abwärts chronologisch sortierte Liste von Einträgen, die in bestimmten Abständen umbrochen wird. Der Herausgeber oder Blogger steht, anders als etwa bei Netzzeitungen, als wesentlicher Autor über dem Inhalt, und häufig sind die Beiträge aus der Ich-Perspektive geschrieben. Das Blog bildet ein für Autor und Leser einfach zu handhabendes Medium zur Darstellung von Aspekten des eigenen Lebens und von Meinungen zu spezifischen Themen. Meist sind aber auch Kommentare oder Diskussionen der Leser über einen Artikel zulässig. Damit kann das Medium sowohl dem Ablegen von Notizen in einem Zettelkasten, dem Austausch von Informationen, Gedanken und Erfahrungen als auch der Kommunikation dienen. Insofern ähnelt es einem Internetforum, je nach Inhalt aber auch einer Internet-Zeitung.

Charakteristisch für Weblog-Publishing-Systeme ist, dass es mit ihnen sehr einfach ist, Webseiten zu publizieren. Es sind Content-Management-Systeme, die das Anlegen neuer Inhalte sowie die Veränderung und Kommentierung auch für ungeübte Nutzer ermöglichen, dabei jedoch wenig Variationen im Webdesign zulassen. Die gestalterische Anpassung erfolgt meist einmalig bei der Installation durch die Auswahl einer von mehreren verfügbaren Design-Schablonen (Vorlagen). Bei vielen Blogsystemen (zum Beispiel WordPress) lässt sich das Aussehen durch Wechsel der Vorlagen (engl.: „templates“) (oder gar Einspielen eigener) auch nachträglich ändern.

Beispiele: Googles Blogger.com, WordPress.com und antville.org; daneben bieten auch einige soziale Netzwerke wie MySpace ihren Mitgliedern Blog-Funktionalitäten an.

2. Was ist WordPress

WordPress ist eine Software zur Verwaltung der Inhalte einer Website (Texte und Bilder). Es bietet sich besonders zum Aufbau und zur Pflege eines Weblogs an, da es erlaubt, jeden Beitrag einer oder mehreren frei erstellbaren Kategorien zuzuweisen, und automatisch die entsprechenden Navigationselemente erzeugt. Parallel gestattet es auch hierarchische Seiten.

Weiter bietet das System Leserkommentare mit der Möglichkeit, diese vor der Veröffentlichung erst zu prüfen, sowie eine zentrale Linkverwaltung, eine Verwaltung der Benutzerrollen und -rechte und die Möglichkeit externer Plugins, womit WordPress in Richtung eines vollwertigen Content-Management-Systems ausgebaut werden kann.

WordPress basiert auf der Skriptsprache PHP (mindestens PHP 5.2.4) und benötigt eine MySQL-Datenbank (mindestens MySQL 5.0.15).[1] Es ist freie Software, die unter der GNU General Public License (GPL) lizenziert wurde. Laut Aussage der Entwickler legt das System besonderen Wert auf Webstandards, Eleganz, Benutzerfreundlichkeit und leichte Anpassbarkeit. WordPress entstand auf Basis der Software b2 und hat eine stetig wachsende Benutzer- und Entwicklergemeinde.

3. Was sind Wikis

Ein Wiki, ist ein Hypertext-System für Webseiten, deren Inhalte von den Benutzern nicht nur gelesen, sondern auch online direkt im Browser geändert werden können (Web2.0-Anwendung). Diese Eigenschaft wird durch ein vereinfachtes Content-Management-System, die sogenannte Wiki-Software oder Wiki-Engine, bereitgestellt. Zum Bearbeiten der Inhalte wird meist eine einfach zu erlernende vereinfachte Auszeichnungssprache verwendet. Die bekannteste Anwendung ist die Online-Enzyklopädie Wikipedia, welche die Wiki-Software Media-Wiki einsetzt.

Die Grundidee bei Wikis ist das gemeinschaftliche Arbeiten an Texten, ggf. ergänzt durch Fotos oder andere Medien. Das Ziel ist häufig, die Erfahrung und den Wissensschatz der Autoren kollaborativ auszudrücken (Kollektive Intelligenz). Die Änderbarkeit der Seiten durch jedermann setzt zudem eine ursprüngliche Idee des World Wide Web konsequent um.

Das Konzept wurde vor allem in Verbindung mit der Freie-Inhalte-Bewegung bekannt und bildet eines ihrer zentralen Werkzeuge zur Inhaltserstellung. Gleichwohl nutzen auch Hersteller nicht-offener (proprietärer) Inhalte Wikis als Arbeits- und Präsentationssystem.

Wikis gehören zu den Content-Management-Systemen (CMS), setzen aber, im Unterschied zu deren teils genau geregelten Arbeitsabläufen (engl. workflows) etwa in Redaktionssystemen, auf die Philosophie des offenen Zugriffs: meist kann jeder Nutzer jeden Eintrag lesen und bearbeiten. Wikis gelten als gegenüber einem klassischen CMS dann im Vorteil, wenn eine hohe Anzahl an Nutzern Informationen einstellt, sodass im Medium eine kritische Masse erreicht wird und es zu einem „Selbstläufer“ wird. Es gibt aber auch Wiki-Systeme, die eine Zugriffssteuerung (etwa via Access Control List) für bestimmte Seiten und Benutzergruppen erlauben.

Als wesentlicher Unterschied zu anderen Content-Management-Systemen bietet Wiki-Software weniger Gestaltungsmöglichkeiten für Layout und Design der Webseiten. Primäre Funktionen sind dagegen eine auch für Neulinge einfach erlernbare Schriftauszeichnung sowie Verlinkung, teils auch die Möglichkeit von Transklusionen für wiederholende Inhalte. Diese Funktionen werden durch eine vereinfachte Auszeichnungssprache gesteuert, beispielsweise Wikitext.

Eine wesentliche Funktion der meisten Wiki-Produkte ist die Versionsverwaltung, die es den Nutzern im Fall von – durch den offenen Zugriff kaum vermeidlichen – Fehlern oder Vandalismus erlaubt, eine frühere Version einer Seite schnell wiederherzustellen.

4. Was sind PBWorks

PBworks (formerly PBwiki) is a commercial real-time collaborative editing (RTCE) system.

A number of business and corporations use PBworks to create private wikis for employees; one case study from CNN described a legal firm which had transitioned to PBworks as a document management system in order to cut their IT costs.[11] Major companies using PBworks as a host for internal documents include CafePress.com, Capgemini, Deloitte, the Financial Times, Kiva, and Wideload Games.[12] Educational groups include the National Opinion Research Center at the University of Chicago, the University of Wisconsin–Madison, Wayne State University, and DePaul University and University of Toronto.

5. Was sind Microblogs

Microblogs (kleine Blogs) werden im Mini-Format verfasst und mit anderen geteilt. Microblogs sind kleinere Blogformate mit Einträgen von circa 140-250 Zeichen. Der bekannteste Microblog ist Twitter. Twitter ist eine Social Media Anwendung aus der Kategorie “Microblogging”.Twitter wird häufig als Kommunikationsplattform oder soziales Netzwerk definiert. Privatpersonen, Organisationen, Unternehmen und Massenmedien nutzen Twitter als Plattform zur Verbreitung von kurzen Textnachrichten (Tweets).

6. Was ist Twitter

Twitter zählt zu den Microblogs. Twitter ist eine Social Media Anwendung aus der Kategorie “Microblogging”.Twitter wird häufig als Kommunikationsplattform oder soziales Netzwerk definiert. Privatpersonen, Organisationen, Unternehmen und Massenmedien nutzen Twitter als Plattform zur Verbreitung von kurzen Textnachrichten (Tweets).

Wer eine Twitter-Nachricht („Tweet“) senden („twittern“) möchte, kann nur 140 Zeichen pro Tweet verwenden. Mit einer Kombination aus Doppelkreuz-Zeichen (#, engl. „hash“) und einem Schlagwort (engl. „tag“), also einem Hashtag, erhalten Tweets eine Art Metainformation. Anhand von Hashtags, die in Tweets enthalten sind, können Tweets zu bestimmten Themen gesucht und angezeigt werden. Durch die Kombination eines @-Zeichens und eines Twitter Benutzernamens (@Benutzername) können andere Twitter-Nutzer (Twitterer) öffentlich angesprochen werden.

Zwei Twitterer, die sich gegenseitig als Kontakt hinzugefügt haben („Follower“), können sich auch private, direkte Nachrichten („Direct Message“, DM) senden. Dazu wird die folgende Zeichenkombination verwendet:

„d Benutzername”. Öffentliche Tweets können in der ursprünglichen Form an eigene Follower weitergeleitet (RT, „re-tweeted“) werden. In Twitter können lange URLs mit solchen Diensten, wie TinyURL, Ow.ly oder Bit.ly, gekürzt werden.

7. Was sind Hashtags

Ein Hashtag ist ein Stichwort in Form eines Tags, das insbesondere bei Twitter Verwendung findet. Die Bezeichnung stammt vom Doppelkreuz „#“ (englisch „hash“), mit dem ein solches Tag eingeleitet wird. Nach dem Tag steht kein Leerzeichen. Beispiel: „#wikipedia “. Im Gegensatz zu anderen Tag-Konzepten werden Hashtags direkt in die eigentliche Nachricht eingefügt; jedes Wort, vor dem ein Doppelkreuz steht, wird als Tag verwendet.

Kombination aus Doppelkreuz-Zeichen (#, engl. „hash“) und einem Schlagwort (engl. „tag“).